»Jede Erkenntnis wurzelt in einem Leben, in einer Gesellschaft, einer Sprache, die eine Geschichte haben. Und in dieser Geschichte selbst endet sie das Element, dass ihr gestattet, mit anderen Lebensformen, anderen Gesellschaftstypen und anderen Bedeutungen zu kommunizieren«.
Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge
1884 wurde die Gesellschaft für deutsche Kolonisation gegründet. Diese Gesellschaft hatte das erklärte Ziel die Herrschaftsansprüche bestimmter Gebiete durch Schutzbriefe mit lokalen Oberhäuptern in Afrika zu erhalten. Gleichzeitig entstanden verschiedene deutsche Handelsgesellschaften im heutigen Tansania, Togo, Kamerun und dem heutigen Namibia. 1884/85 fand in Berlin die Kongokonferenz statt. Hier wurden die Kolonialgrenzen festgelegt. Die deutschen Handelsgebiete wurden von Otto von Bismarck unter den „Schutz“ des deutschen Reiches gestellt. Ab 1891 wurden die Schutzgebiete im heutigen Tansania unter deutscher Verwaltung geführt. Die Kolonialisierung ist eng mit der Missionierungsgeschichte der christlichen Kirche verbunden. 1890/91 gelangten die ersten Missionare der Berliner Mission an den Nyassasee. Sie benannten den See nach der Ethnie die dort lebte. Er ist einer der größten Binnenseen Afrikas und ist jetzt als Malawisee bekannt. Die deutschen Missionare errichteten hier eine Missionsstation. Sie ist bis heute noch erhalten.

In meinen Arbeiten beschäftige ich mit dem sozialen Gedächtnis und Orten. Das soziale Gedächtnis ist nicht ohne weiteres nur mit den Begriffen Religion und Kunst zu erfassen, es ist die Vergangenheit und die Gegenwart.