#GARTEN#DINGE

Ein fotografisches Essay über Gärten

„Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was unsere Gesellschaft am seltensten und kostbarsten geworden ist; Zeit, Zuwendung und Raum“
Dieter Kienast, Über Chaos und Ordnung

Das Essay ist eine Form die sich dem Betrachter und verschiedenen Gegenständen öffnet und zum Denken anregt. Es ist eine ergebnisoffne Form.
Es bildet keine abgeschlossene Meinung ab sondern bietet eine Meinung an, womit der Betrachter, dann selber weiterarbeiten und denken kann.
Colere ist das lateinische Wort für Kultur.
Der Begriff Agricola stammt aus dem Lateinischen und beschreibt ein bestimmtes Verhältnis zur Natur und deren die Pflege.
Das hebräische Wort < garn > und das althochdeutsche Wort < gartos > stammen von dem indogermanischen < ghorto-s > , was soviel wie Flechtwerk, Zaun, Eingehegtes ab.
Die wilde und urwüchsige Natur wurde im Mittelalter mit einem Zaun oder Mauer in Schach gehalten.
Der Garten ist mehr als eine gebrauchsfähige Grün- oder Zierfläche. Gärten sind Ausdruck einer Sehnsucht in der sich der Mensch und die Natur in ein Ensemble zusammenfinden.
Gärtnern heißt Natur zu gestalten und ist Ausdruck einer geistigen Freiheit.
Die unberührte Natur ist im Zuge der Industrialisierung der geformten Naturlandschaft gewichen, dem steht eine immer größere Medialisierung und Romantisierung der Natur gegenüber.
Angesichts von Klimawandel, Flächen- und Rohstoffverbrauch, ökologischer Zerstörung und fehlender Nachhaltigkeit im Umgang mit der Umwelt bietet der Garten heute vielleicht mehr eine Alternative zur Realität.
Aus den Vorstellungen des Gärtners entstehen Strukturen, Formen und Räume und schließlich der Charakter des Gartens. Es entsteht ein lebendiger Organismus, ein Dialog mit der Natur bei dem sich der Mensch immer wieder von Neuen auf die Bedingungen der Natur einstellen muss.
Der Mensch ist ein Punkt zwischen Natur und Kultur, Individuum und Gesellschaft, Wirtschaft und Tradition, weltanschaulicher Vorstellung und Handarbeit.
Der Wandel des Naturbegriffs hat auch die Erscheinung des Garten geändert.
Der Garten ist Labor und Idylle, Archiv und Utopie zugleich. Er ist ein Stückchen Erde aber zugleich ein Modell für die Welt.
Der Garten ist Sinnbild für das Prozesshafte, das sich ständig Wandelnde. Die Zeit spielt in ihm eine essentielle Rolle. Sein Endzustand ist nicht absehbar, auch wenn der Gartengestalter eine noch so klare Vorstellung vom Ganzen haben.
Die Fülle und die Vielseitigkeit der Auseinandersetzung mit dem Garten belegt die zeitlose Aktualität des Themas. Von der ungegenständlichen Abstraktion bis zur erzählerischen Dokumentation kommt ein ganzes Spektrum formaler Möglichkeiten zum Tragen, während inhaltliche vielfältige Bezüge zur Geschichte, Religion, Architektur und Wissenschaft hergestellt werden.
Das Offne und Mehrdeutige im Garten schaffen imaginierte Welten.
Kontext, Zonen und Zwischenwelten, vom Vagen und Vergänglichen, Begriffe die eng mit dem Garten in Verbindung stehen.
An dem fotografischen Essay #GARTEN#DINGE arbeite ich seit zwei Jahren.
Ich fotografiere Gärten unter unterschiedliche Aspekten.
  • der Privatgarten als Rückzugsort
  • Urban Gardening als sozialer und kultureller Ausdruck in der heutigen globalisierten Gesellschaft
  • Gärten und Architektur
  • Recycle und Gärten in Westafrika